Wenn Sie in Ihrem Unternehmen gesetzlich bestimmte Beauftragte, wie beispielsweise den Immissionsschutzbeauftragten oder einen Abfallbeauftragten haben, dann sind Anforderungen, Pflichten, Aufgaben, aber auch Rechte und Kompetenzen meist eindeutig definiert. Etwas anders ist es beim freiwillig benannten Nachhaltigkeitsbeauftragten.

Strategischer Beitrag zum Unternehmenserfolg!

Nachhaltigkeitsmanagement ist eine Schnittstellenaufgabe. Unterschiedliche Unternehmensbereiche und -ebenen, Behörden, Stakeholder, kritische Gruppen, Kunden und Lieferanten – sie alle sind beim Thema Nachhaltigkeit in den Blick zu nehmen.

Ein Nachhaltigkeitsmanager sollte daher über ein strategisches, fast schon unternehmerisches Denken verfügen und gute Kenntnisse über interne Prozesse haben ohne gleich überall Experte sein zu müssen.

Interdisziplinär denken, Überblick bewahren und Orientierung geben!

Das sollte die Grundhaltung eines jeden Nachhaltigkeitsmanagers sein! Sie müssen regelmäßig umweltbezogene Themen und Herausforderungen identifizieren und bewerten. Daraus können dann Strategien und Handlungsempfehlungen abgeleitet und entwickelt, deren Umsetzung unterstützt und vorangetrieben und schließlich der Erfolg kontrolliert und kommuniziert werden.

Diese zehn Kernaufgaben hat jeder Nachhaltigkeitsmanager!

  1. THEMEN-MANAGER| Zunächst ist der für Nachhaltigkeit Verantwortliche ein Themen-Manager. Er muss prüfen, welche neuen Gesetze, gesellschaftliche Anforderungen oder technische Entwicklungen erfolgen.
  2. ÜBERSETZER| Als Übersetzer muss er diese Entwicklungen auf das eigene Unternehmen beziehen und verständlich machen.
  3. RELEVANZ-ERKENNER| Wenn er weiß, worum es bei einem Thema der Nachaltigkeit geht, muss er als Relevanz-Erkenner gemeinsam mit den Verantwortlichen und Betroffenen im Unternehmen bewerten, ob dieses Thema für das Unternehmen von Bedeutung ist.
  4. STRATEGE| Sobald ein Thema als relevant erkannt ist, dann muss er als Stratege handeln! Strategisch heißt dabei nicht operativ. Denn für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind meist die Fachverantwortlichen zuständig. Aufgabe des Nachhaltigkeitsbeauftragten ist es vielmehr, strategische Vorgaben und Leitplanken mit zu entwickeln sowie Handlungsempfehlungen zu geben.
  5. ÜBERZEUGER| Nachhaltigkeitsengagement ist wichtig für das Unternehmen. Jetzt gilt es die zu überzeugen, die für die Umsetzung der Strategien und Maßnahmen verantwortlich sind. Hier ist der Nachhaltigkeitsmanager als Überzeuger gefordert!
  6. DURCHSETZER| Aber nicht nur als Überzeuger, sondern auch als Durchsetzer und Motivator ist der Umweltbeauftragte gefragt. Denn mit Widerständen bei der Umsetzung von Strategien und Maßnahmen im Nachhaltigkeitsmanagement ist immer zu rechnen.
  7. EINBINDER| Umso wichtiger ist es, dass der Nachhaltigkeitsbeauftragte auch ein guter Einbinder ist. Er sollte ständig die relevanten Bereiche in Strategien und Planungen einbinden.
  8. KOMMUNIKATOR| Dies gelingt sicher eher, wenn er ein guter Kommunikator ist. Man darf als Umweltbeauftragter also nicht „auf den Mund gefallen“ sein. Denn Nachhaltigkeit gelingt nicht am Schreibtisch im stillen Kämmerlein, sondern durch gemeinsame Anstrengung des Unternehmens.
  9. BEZIEHUNGS-MANAGER| Je mehr er es schafft, dabei ein effektiver Beziehungs-Manager zu sein, umso besser! Fachverantwortliche, mit denen man regelmäßig im Austausch steht, die man unterstützt und mit denen man gemeinsam etwas erreicht hat, haben auch eher ein offenes Ohr für neue Aufgaben.
  10. PSYCHOLOGE| Dabei ist sicher ökologisches und technisches Knowhow notwendig. Genauso aber auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse und manchmal auch ein gewisses Verständnis von juristischen Regelungen. Vor allem aber ist auch etwas psychologischen Gespür notwendig. Denn sicher ist Nachhaltigkeitsmanagement oft auch eine technische Herausforderung. Meist geht es aber darum, das Verhalten der für die Umsetzung verantwortlichen Kollegen dauerhaft zu ändern. Und das geht nur mit psychologischem Geschick!